Jo zur Antifa – Freiheit für Jo!

Hervorgehoben

Am 2. Juli 2020 wurden in mehreren Baden-Württembergischen Städten insgesamt 9 Wohnungen von AntifaschistInnen durchsucht. Die meisten mussten unter dem Vorwurf des Landfriedensbruchs eine DNA Entnahme über sich ergehen lassen. Der Antifaschist Jo ist seitdem in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung zwischen AntifaschistInnen und Rechten ein Mitglied der faschistischen Scheingewerkschaft "Zentrum Automobil" angegriffen zu haben. Laut der eigens für diesen Vorfall eingerichteten Ermittlungsgruppe "Arena" wird ihm nun versuchter Totschlag zur Last gelegt.

Wir solidarisieren uns mit dem Beschuldigten und allen Betroffenen!

Was ist da los?

Anders als von Staat und Presse propagiert, handelt es sich bei "Zentrum Automobil" um keine Gewerkschaft - „Zentrum Automobil" sind Faschisten. Der Kopf der Bande, Oliver Hilburger aus Althütte im Rems-Murr-Kreis, war jahrzehntelang fester Bestandteil des Terrorfinanzierungsnetzwerks „Blood & Honour" als Bandmitglied von „Noie Werte", die auch den Soundtrack für NSU-Bekennervideos stellten. „Zentrum-Automobil"-Mitglieder wie Rico Heiße beantragten Knastbesuche für NSU-Unterstützer, „Zentrum-Automobil"-Betriebsrat Hans Jauß war Schatzmeister der verbotenen „Wiking-Jugend". Mit u.a. Simon Kaupert bestehen Überschneidungen zur "Identitären Bewegung" und "Jungen Alternative".

Antifaschismus ist notwendig!

Unter antifaschistischem Engagement verstehen wir den politischen Abwehrkampf gegen sich immer massiver verschärfenden, gesellschaftlichen Rechtsruck sowie antifaschistischen Selbstschutz. Dieser findet auf verschiedenen Ebenen statt - Demonstrationen, Aufklärungsarbeit, Gedenkarbeit und körperliche, direkte Konfrontationen. Nur wenn diese verschiedenen Ebenen in einem solidarischen Verhältnis zueinander stehen, kann die antifaschistische Arbeit erfolgreich sein. Umgekehrt nützen Distanzierungen von einzelnen Aktionsformen in letzter Konsequenz nur den Rechten und schaden der bestehenden, vielfältigen antifaschistischen Bewegung.

Dass Antifaschismus nicht nur legitim, sondern folgerichtig und bitter nötig ist, zeigen uns nicht nur über 200 faschistische Morde in den letzten 20 Jahren. Fälle wie der NSU, Halle oder Hanau erst vor wenigen Monaten, sind scheinbar schon wieder aus dem gesellschaftlichen Gedächtnis verschwunden.

Einige Tage vor der Inhaftierung von Jo wurde die Planung von faschistischen Attentaten durch Truppenangehörigen des sogenannten KSK in der Bundeswehr öffentlich. Diese hatten nach Kenntnissen der Tagesschau 85.000 Schuss Munition und 62 Kilo Sprengstoff entwendet, um damit faschistische Massaker am „Tag X" zu begehen.

Als Reaktion räumte AKK diesen eine Bewährungschance ein, während der rechte CDU-Innenminister Strobl sich über die Presse mit der Ansage „Wir kriegen euch!" an AntifaschistInnen richtet. Damit entlarvt er sich als Helfershelfer der Nazis und stärkt ihren Interessen den Rücken, anstatt eine Hilfe im Kampf gegen diejenigen zu sein, die systematisch morden und sich mit Waffen auf einen Bürgerkrieg vorbereiten.

Für Solidarität - gegen Repression und Spaltung

Der politische Angriff des Staates auf Linke wurde schon systematisch die letzten Wochen durch Repressionsbehörden und Stimmungsmache der bürgerlichen Medien vorbereitet. Die Polizei steht unter Druck. Es deutet alles darauf hin, dass an Jo ein Exempel statuiert werden soll. Antifaschistisches Engagement, linke Antworten und Perspektiven in Zeiten einer kapitalistischen Krise sind dem Staat natürlich ein Dorn im Auge. Diesen Angriffen und Spaltungsversuchen des Staates müssen wir mit Solidarität entgegentreten, zusammen stehen, auf verschiedenen Ebenen den antifaschistischen Kampf weiterführen und niemanden alleine lassen!

Ein Angriff auf einen von uns ist ein Angriff auf alle.

Egal ob auf der Straße, im Betrieb, vor den Staatsanwälten und Richtern: Antifaschistisch ist legitim und bleibt notwendig!

Interview mit dem Antifaschistischen Aktionsbündnis Stuttgart und Region

Über die Hausdurchsuchungen, die rechte Pseudogewerkschaft "Zentrum Automobil" und Antifaschismus sprach Radio Z aus Nürnberg mit einem Sprecher des Antifaschistischen Aktionsbündnis Stuttgart. Hier findet ihr den Beitrag

Zentrum Automobil- faschistische Scheingewerkschaft

Rund um die Hausdurchsuchungen und die Untersuchungshaft von Jo ist immer wieder von Zentrum Automobil die Rede. Dabei wird von Staat und der Presse propagiert, dass es sich bei Zentrum Automobil um eine Gewerkschaft handelt. Die Broschüre "Rechte Betriebsarbeit im Keim ersticken" der Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart und Antifaschistische Perspektive Ludwigsburg/ Rems Murr zeigt, dass dies nicht der Fall ist. Zentrum Automobil ist eine faschistsiche Scheingewerkschaft

Zur Broschüre

 

Briefe an Jo

Seit Donnerstag, dem 02. Juli sitzt unser Genosse Jo in Stuttgart-Stammheim in Untersuchungshaft. Das Leben hinter Gittern ist eintönig, trist und geprägt von autoritärer Gewalt. Mit den Briefen können wir ein Fenster zum Leben da draußen ermöglichen, Jo auch weiterhin an unserer politischen Arbeit teilhaben lassen und ihm zeigen, dass wir hinter ihm stehen. How to: - Brief schreiben und in den Umschlag legen - dazu legen: 1 x Briefmarke, 1x extra Umschalg, damit Jo antworten kann - und Brief einwerfen Verseht außerdem alle Briefe mit dem Stichwort Jo und sendet sie an: Rote Hilfe Stuttgart c/o Infoladen Böblingerstr. 105 70199 Stuttgart Die Rote Hilfe sendet die Post dann direkt zu Jo.
Hier noch ein paar Tipps und Do's und Dont's für die Briefe:

Do:

- Persönliches (wie war euer Tag, was beschäftigt euch, wie ist das Wetter)
- Aktuelles aus Stuttgart und der Welt (gesellschaftlich/politisch)
- Infos zu Soli-Aktionen und Soli-Bekundungen
- Zeitungsartikel
- Bilder, Zeichnungen, Gedichte
- Fußball/ VfB News
- wenn ihr möchtet, dass ihr eine Antwort bekommt gebt eure Adresse an oder ein Pseudonym für die Rote Hilfe
- zur Überprüfung, ob etwas aufgehalten wird Briefe durchnummerieren und mit Datum versehen

Don'ts:

Alle Briefe werden vom RichterIn und vom JVA-Personal gegengelesen. Dadruch können Informationen aus Briefen vor Gericht gegen unseren Genossen verwendet werden.
- nichts zur Sache, die ihm vorgeworfen wird
- keine Anspeilungen oder auch Dankesbekundungen
- keine Infos oder Anspielung zu anderen Aktionen
- keine Persönlichen Infos, die den RicherIn nichts angehen
- Beleidigungen können dazu führer, dass Briefe nicht durchkommen
- keine Namen von Leuten, die ihren Namen nicht bei der RichterIn liegen haben wollen.

Solidarität ist unsere Waffe!